22.06. – Sightseeing mit Annika

Diese Woche wäre eigentlich der letzte Rahmenprogrammtag gewesen – ein Ausflug zum Takao-San. Da Annika, Elif und ich dort aber erst vor zwei Wochen zufällig bei unserer Wanderung gelandet waren, haben wir uns von diesem Termin abgemeldet. Annika und ich haben stattdessen unser eigenes Ausflugsprogramm aufgestellt. Dafür ging es erstmal auf die andere Seite Kyotos, in den Norden von Higashiyama.

Eikando1Erste Anlaufstelle war der Eikando Zenrin-ji Tempel. Dieser Tempel wurde im 9. Jahrhundert gegründet und besteht aus mehreren verwinkelt angeordneten Gebäuden zwischen denen sich ein schöner japanischer Garten schlängelt. Eine Besonderheit des Tempels ist eine Amida-Statur, die sich nach hinten umschaut. Die Geschichte hierzu ist, dass eine Amida-Statur vor den Augen desAbtes Eikan von ihrem Podest gestiegen sein soll und sie sich im Weggehen umgedrehte und gesagt haben soll „Eikan, folge mir“. Tief bewegt von dieser Erscheinung ließ Eikan eine Statur von dieser Pose herstellen.

Eikando2Neben den prunkvollen Gebetshallen waren Annika und ich aber vor allem vom Garten und der Stimmung im Tempel begeistert. Wir waren recht früh am Morgen dort, an einem recht regnerischen Tag. Deswegen waren wir auch fast alleine und konnten bei einer Tasse Tee die Stimmung genießen. Wirklich empfehlenswert! Angeblich soll es im Herbst am schönsten sein – wie so vieles in Kyoto 🙂

nanzenji1Zweite Anlaufstelle war der Nazenji Tempel. Dieser liegt praktisch direkt südlich vom Eikando und seine Gründungszeit geht auf das 13. Jahrhundert zurück – allerdings war er die ersten 30 Jahre eine Kaiserliche Villa. Er gehört zu den 5 großen Zen-Tempeln Kyotos. Die Gebäude wurden dreimal durch Feuer zerstört, so dass die aktuellen aus dem Ausgehenden 16. Jahrhundert stammen.

nanzenji2Am Eingang des Tempels steht das gewaltige San-mon Tor, von dem aus man einen tollen Blick über die Stadt hat (selbst bei Regen ;). Weiter geht es in den Tempel selbst, der eine Vielzahl von mit Tigern bemalten Schiebetüren und einen großen Kies- und Moosgarten.

Als wir aus dem Nanzen-Ji raus waren war es auch schon wieder höchst Eisenbahn um zum Bus zu laufen. Wir hatten einen Termin zur Besichtigung der Kaiserlichen Villa Katsura Rikyu. Da die auf der anderen Seite von Kyoto liegt waren wir eine ganze Weile unterwegs und wären auch fast zu spät gekommen *peinlich*. Aber wir durften noch mit rein.

katsura1Man kann leider nur den Garten der Villa besuchen, der wegen des Regens ganz schön nass und die Wegsteine verdammt rutschig waren. Das konnte der Schönheit der Anlage aber nichts anhaben. Der Garten wurde im 17. Jahrhundert angelegt und besteht aus einem großen verwinkelt angelegten See um den herum vier Teehäuser, ein Warteraum, eine Ahnenhalle und die Villa liegen. Auf der einen Seite des Sees wurde eine berühmte Landschafte Japans nachgebildet, Amano-hashidate, eine der drei schönsten Ausblicke Japans. Auf der anderen Seite wurde aus der Erde, die für den See abgetragen wurde, eine Berglandschaft errichtet, auf der eines der Teehäuser steht. Da man von hier aus einen schönen Blick auf die Berge rings um Kyoto hat, fühlt man sich tatsächlich ein wenig in die Berge versetzt. Man kann sich schon gut vorstellen, in diesem Garten entspannt spazieren zu gehen und dann eine Tasse Tee bei der herrlichen Aussicht zu genießen.

katsura2Die Villa liegt etwas abseits und man muss sich vorher bei der Imperial Household Agency anmelden, aber wer Zeit hat und an japanischer Gartenarchitektur interessiert ist, der sollte hier hinfahren!

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Lokalpatriotismus

Zur Abwechslung gibt’s mal was aus der Heimat 😉 Ich lese ja immer wieder die Polizeiberichte aus Aachen, weil die Pressestelle dort einfach Spaß an ihrem Job zu haben scheint 🙂 Auf jeden Fall lesen sich die Berichte immer wieder sehr goldig – also zumindest, wenn die Ereignisse nicht zu ernst sind.

Aktuelle Beispiele:
12.06.2007, “Wurm färbte sich rot“.
„Aachen (ots) – Spaziergänger hatten am Montagmittag eine Rotfärbung der Wurm (für Auswärtige: schönes Gewässer durch noch schönere Aachen) bemerkt und die Polizei alarmiert. […]“

(http://www.presseportal.de/polizeipresse/pm/11559/1000083)

13.06.2007, “Missverständnis oder klarer Auftrag auf Öcher Platt?“
Aachen (ots) – Zu einem Parkunfall in die Robert-Schumann-Straße wurde jetzt die Polizei gerufen. Ein kleinerer Lkw war beim Rangieren aus einer Parklücke rückwärts gegen ein parkendes Auto gefahren. Der Sachschaden eher gering.[..]
Der Lkw – Fahrer hatte sich von seinem Beifahrer ein- bzw. ausweisen lassen. Diesen Auftrag vermittelte er im Öcher Platt wie folgt: „Guckens, dat da nix kommt!“
Der Beifahrer nahm diesen Auftrag auf den Punkt wörtlich. Da keiner kam, winkte er weiter. Das parkende Auto dabei ignorierend. Folglich schepperte es.
Auf den unterschwelligen Vorwurf der Beamten, warum er denn nicht gerufen oder den Fahrer anders gewarnt habe, äußerte der Beifahrer: „Dat war sue net avjesprouche. Der hou jesaat, kick ens, dat nüüs köönt! Do koom jo nüüs. Der stong jo doo!“
Klarer Auftrag in klarer Sprache!„

(http://www.presseportal.de/polizeipresse/pm/11559/1000934)

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15.6. Einladung der Stadt Kyotanabe

Das heutige Rahmenprogramm wurde von der Stadt Kyotanabe (südlich von Kyoto) gestiftet. Die Stadt lädt die Tübinger Austauschstundeten immer einmal in eine Grundschule der Stadt ein und veranstaltet dann am Nachmittag noch einen Ausflug irgendwo hin.

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8.6. Kokedera und Arashiyama

Ein weiterer Freitag, ein weiterer Programmpunkt unseres Rahmenprogramms. Heute ging es in den Südwesten Kyotos. Dort gibt es einen Tempel, der für seinen Moosgarten berühmt ist. Eigentlich heißt er Saiho-ji, ist aber bekannter unter dem Namen Kokdera – Moos-Tempel.

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28.5. – 31.5. Familienbesuch

Meine Eltern nahmen meinen Japanaufenthalt zum Anlass, sich dieses Land auch mal selbst anzusehen. Sie haben sich eine organisierte Rundreise mit Reiseführer gebucht, die in Kyoto endete und diese dann noch um einen Tag verlängert. Damit haben sie schon jede Menge Orte in Japan gesehen, zu denen ich erst noch hin will. Tokyo, Nikko, Kamakura, Hiroshima, Miyajima. Aber das schaffe ich auch noch 😉

Auf jeden Fall habe ich mit ihnen das volle Tourismusprogramm gemacht…

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